Politik und Wirtschaft über Industrie 4.0

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Eröffnung der Computermesse CeBit am 15. März: „Die deutsche Wirtschaft schätzt China nicht nur als wichtigsten Handelspartner außerhalb Europas, sondern eben auch als Partner bei der Entwicklung anspruchsvoller Technologien. Im Bereich der Digitalisierung haben viele deutsche Firmen Erstaunliches zu bieten. Allerdings ist die Konkurrenz etwa im Bereich der sogenannten Industrie 4.0, der vernetzten Produktion, groß und global. Viele starke Wettbewerber für deutsche Unternehmen kommen inzwischen auch aus China.“

Ministerpräsident Li Keqiang in einer Video-Botschaft auf der CeBit 2015: „Das chinesische Programm ‚Made in China 2025’ und die deutschen Strategie ‚Industrie 4.0’ ergänzen sich. Wir hoffen, eine Win-Win-Situation zu schaffen und einen gemeinsamen Weg zur Prosperität zu gehen.“ 


Joschka Fischer, Außenminister a.D., bei einem Arbeitstreffen mit Dr. X. Zhou zur Gründung der Deutsch-Chinesischen Allianz für Industrie 4.0 e.V. in Berlin: Industrie 4.0 sei die deutsche Antwort auf die zukünftige Industrieentwicklung. Der industrielle Rückstand Chinas im letzten Jahrhundert sei vor allem darauf zurückzuführen, dass China die erste industrielle Revolution verpasst habe. Daher werde für die chinesische Regierung äußerst wichtig sein, die Chance der kommenden Industrierevolution zu nutzen, meinte Joschka Fischer. Er lobte die Bemühungen von Dr. Xiang-Qian Zhou und der Mitgründer der DCAI 4.0. Die Gründung sei eine richtige Aktion im richtigen Moment, so Fischer. Die Industrie 4.0 sei sowohl für Deutschland als auch für China eine große Chance. China habe seine Position und seinen Status richtig eingeschätzt. Es werde die Vorteile der Industrie 4.0 nutzen und die damit verbundenen negativen Entwicklungen, z.B. eine temporär höhere Arbeitslosenquote, schnell überwinden. 

Jürgen Kerner, Siemens-Aufsichtsrat: „Industrie 4.0 wird im gesamten Siemens-Konzern immer wichtiger werden. Dafür sind motivierte, hochqualifi zierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die unabdingbare Voraussetzung.
Thomas Kaiser, Senior Vice President IoT, Industry 4.0 und Mobile Products der SAP: „Das Internet der Dinge ist gegenwärtig der Mega-Trend und der Wachstumstreiber der Zukunft für die SAP“

Ma Kai, stellvertretender Ministerpräsident Chinas bei seinem Besuch des Fraunhofer IPK im März 2015:  Es gibt sowohl Ähnlichkeiten als auch Unterschiede zwischen “deutscher Industrie 4.0“ und “Made in China 2025“. Die Ähnlichkeiten liegen drin, dass sich die beiden Strategien auf die von der Digitalisierung und Vernetzung unterstützte Produktion konzentrieren, um eine neue Runde von technischer industrieller Revolution zu begrüßen. Die Unterschiede sind folgendes: 1. unterschiedliche Grundlagen der Fertigungsindustrie. Deutschland ist ein starkes Land in Fertigungsindustrie, während China ein großes Land in Fertigungsindustrie ist. 2. Unterschiedliche Entwicklungsphasen. Deutschland hat Industrie 3.0 schon hinter sich. Im Gegensatz steht China wegen seiner kurzen Industrialisierungsgeschichte die Automatisierung und Digitalisierung größtenteils noch nachzuholen hat und sich damit teilweise noch in der Phase Industrie 2.0 und teilweise in der Phase Industrie 3.0 befindet. Deshalb soll China die Industrie 2.0, 3.0 und 4.0 gleichzeitig entwickeln. Sei es “Made in China 2025“, sei es “deutsche Industrie 4.0“, egal bei Gemeinsamkeit oder bei Unterschiedlichkeit, eine Zusammenarbeit ist notwendig. Bei Industrialisierung oder Umstrukturierung in China sind überall Forschung und Entwicklung gefragt, und es gibt überall Geschäftschancen. Deswegen ist ein aktiver Einsatz deutscher Forschungsinstitutionen willkommen.

Dr. Du Pinsheng, General Manager des R&D Center of Phoenix Contact Asic Pacifi c Co. Ltd.: „Industrie 4.0 ermöglicht es der Konsum- und Investitionsgüterindustrie, in kleineren und variableren Serien zu produzieren und die Produktionszyklen zu verkürzen, die Preise zu senken und schneller auf individuelle oder sogar personalisierte Bedürfnisse zu reagieren. Die Produkte werden kundenindividuell auf Bestellung gefertigt. So werden die Ressourcen optimiert sowie die Energieeffi zienz und Rentabilität erhöht.“ 


Yan Lida President of the Enterprise Business Group of Huawei auf der CeBit 2015: „Die Industrie 4.0 basiert auf drei Faktoren: 1. eine innovative und kollektive Plattform für Kooperationen; 2. die Unterstützung eines stabilen, mobilen, echtzeitfähigen Breitbandnetzwerks 3. Internet der Dinge.”

Su Bo, ehemaliger Vizeminister des chinesischen Ministeriums für Industrie und Information: „Die Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland im Kontext ‚Made in China 2025’ und ‚Industrie 4.0’ schafft eine Win-Win-Kooperation
und wird ein sehr großer Erfolg werden.“


Der ehemalige chinesische Botschafter in Deutschland, Mei Zhaorong über Industrie 4.0 angesichts der Europareise des chinesischen Premiers Li Keqiang: „Sei es Kooperation in Industrie, Agrarwirtschaft und Umwelt oder sei es die Zusammenarbeit in Administration und Kultur, im Grunde geht es um Innovation.“ So der ehemalige chinesische Botschafter in Deutschland, Mei Zhaorong. Premier Li Keqiang habe während seiner Europareise zahlreiche Projekte besprochen. Der gemeinsame Nenner sei dabei Innovation gewesen. China und Europa sollten durch gemeinsame Innovation ein neues Kapitel der Industriegeschichte schreiben. Früher sei die deutsch-chinesische Zusammenarbeit technologisch und wirtschaftlich eher komplementär gewesen. Heute sei es eine Kooperation auf Augenhöhe.